




Die österreichische Medienbranche hat sich am Donnerstagabend einmal mehr versammelt, um ein Fest in eigener Sache zu feiern: Anlass war die Verleihung der Preise für die "Journalisten des Jahres 2009" im Palais Ferstel in der Wiener Innenstadt, vergeben vom Branchenmagazin "Der Österreichische Journalist". Hauptpreisträger war "profil"-Innenpolitiker und Chefredakteur Herbert Lackner, der für seine Leistungen mit einer Laudatio von Altbundeskanzler Franz Vranitzky bedacht wurde. Gefeiert wurde neben anderen auch "Chili"-Macher Dominic Heinzl, für den ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zu einer Huldigung anhob. Der Leiter der APA-Redaktion, Michael Lang, wurde als Chefredakteur des Jahres prämiert.
Anstoßen durfte an dem Gala-Abend vor allem die Mannschaft des "profil", das gleich vier erste Preise abräumte: Chefredakteur Lackner wurde neben seiner Auszeichnung als "Journalist des Jahres" auch Innenpolitiker des Jahres, Wirtschaftschef Michael Nikbakhsh Wirtschaftsjournalist 2009, und der Satire-Star des Hefts, Rainer Nikowitz, empfing den Preis für den Kolumnisten des Jahres. Altkanzler Vranitzky lobte ausführlich die Leistungen Lackners und bescheinigte dem "profil", nach wie vor "alles andere als ein langweiliges Nachmittagsblatt'l" zu sein.
Prominent vertreten war auch der ORF: In der Kategorie Außenpolitik gingen gleich die alle drei Stockerlplätze an öffentlich-rechtliche Journalisten. Ex-aequo teilten sich die beiden Korrespondentinnen Susanne Scholl und Cornelia Vospernik Rang eins, Kriegsberichterstatter Fritz Orter landete auf dem dritten Rang.
Für ORF-General Wrabetz galt es zudem, seinen prominentesten Neuzugang im Unternehmen zu feiern: "Chili"-Macher Heinzl, der seit Jänner im ORF auf Sendung ist, war für seine Arbeit bei ATV als Society-Journalist des Jahres 2009 ausgezeichnet worden. Heinzl habe den Gesellschaftsjournalismus im TV "neu übersetzt", so Wrabetz, der sich in seiner Laudatio bemüht zeigte, eine positive Bilanz zu Heinzls Tätigkeit beim ORF zu ziehen. Man habe die "ZiB 1 auf Rekordniveau gehalten, und trotzdem auf ORF 1 Zuschauer dazugewonnen", betonte der ORF-General.
Dass sein personeller Einkauf sich im ersten Monat nach einem Hype im Vorfeld vor allem mit negativer Presse über die Einschaltzahlen konfrontiert sah, nimmt Wrabetz betont locker: "Es ist leichter, gelobt zu werden, wenn man bei der privaten Konkurrenz ist als beim ORF."
Zwei erste Preise gingen an die APA - Austria Presse Agentur: Chefredakteur Lang wurde von Puls 4-Chef Markus Breitenecker in seiner Rede als Redaktionsleiter des Jahres 2009 gewürdigt. APA-Fotograf Robert Jäger erhielt den Preis als bester Bildberichterstatter des Landes, gefolgt von seinen APA-Kollegen Barbara Gindl und Hans Klaus Techt.
Kontroversielle Wortmeldungen blieben auch heuer nicht aus. Äußerst heftige Kritik übte "Datum"-Macher Klaus Stimeder, der sich auf den Hauptsponsor des Abends, die OMV, einschoss: Er sprach wörtlich von "Verlogenheit", und warf dem Konzern vor, Anzeigen in seinem Magazin an die Auflage geknüpft zu haben, damit auch redaktionellen Content zu erwerben.
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