




Monika Kalcsics (36), Journalistin beim ORF-Radio Ö1, ist die achte Trägerin des Alfred-Geiringer-Stipendiums. Dieser von der APA gestiftete Fonds zur journalistischen Weiterbildung dient der Förderung des Qualitätsjournalismus in Österreich und ermöglicht ausgezeichnet qualifizierten Journalisten einen dreimonatigen Studienaufenthalt am Green Templeton College der britischen Universität Oxford sowie die Teilnahme am dortigen exklusiven "Journalism Training Programme" der Thomson Reuters Foundation.
Kalcsics arbeitet seit 2000 für das ORF-Kulturradio und gestaltet unter anderem Reportagen und Dokumentationen über Migrationsthemen, Entwicklungspolitik sowie Globalisierung. Weiters war sie an der Gestaltung der Ö1-Reihe "Hörbilder" beteiligt. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit ist Kalcsics auch als Katastrophenhelferin für die Caritas im Einsatz, zuletzt etwa während der Flutkatastrophe in Pakistan.
Der Namensgeber des Stipendiums, Alfred Geiringer, legte den Grundstein für den Weg zur Unabhängigkeit, den die APA seit 1946 gegangen ist. Geiringer musste 1938 aus Österreich emigrieren und kehrte 1945 als Reuters European Editor zurück. Die APA verdankt ihm maßgeblich die Loslösung aus fast einem Jahrhundert staatlicher Bindung und die Transformation zum heutigen, allein der Unabhängigkeit, Zuverlässigkeit und Ausgewogenheit verpflichteten Schlüsselunternehmen des österreichischen Informationswesens. Dank Geiringers Aufbauarbeit zählt die APA heute zur kleinen Gruppe von etwa 20 Agenturen weltweit, die sich im privaten Eigentum der Medien befinden, während die große Mehrzahl der Nachrichtenagenturen, nämlich etwa 90 Prozent, in staatlichem Eigentum oder staatlich kontrolliert ist.
Die APA hat sich deshalb 2001 entschlossen, unter Geiringers Namen einen Fonds zur journalistischen Weiterbildung einzurichten. Das Stipendium geht abwechselnd an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von APA-Genossenschaftsmedien sowie der APA selbst. Bisherige Geiringer-Stipendiaten waren Hedwig Kainberger ("Salzburger Nachrichten"), Monika Graf (APA, inzwischen "Salzburger Nachrichten"), Alexandra Föderl-Schmid ("Der Standard"), Gianluca Wallisch (APA, inzwischen "Der Standard"), Alexandra Frech (APA), Eva Weissenberger ("Kleine Zeitung") und Judith Högerl (APA).
Der Studienaufenthalt findet von Oktober bis Dezember 2011 in Oxford statt. Das "Journalism Training Programme" in Oxford bietet dabei drei Schwerpunkte: Die Teilnehmer verfassen eine wissenschaftliche Arbeit über ein medienrelevantes Thema ihrer Wahl, besuchen regelmäßig Seminare und gelegentliche Speziallehrveranstaltungen und können unter dem Motto "human contacts" persönliche Kontakte zu Vortragenden und Studierenden, Medienfachleuten und Praktikern knüpfen. Darüber hinaus werden Studien-Ausflüge zu großen Medienunternehmen in London, etwa Reuters, BBC und CNN oder zu politischen Einrichtungen wie House of Commons oder Royal Institute of International Affairs unternommen.
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